Digitaler Führerschein kommt aufs Smartphone

Digitaler Führerschein in Deutschland startet noch 2026. In der Abbildung ist ein Beispiel zu sehen.

Der Führerschein soll in Deutschland noch Ende 2026 aufs Smartphone kommen. Statt bei einer Verkehrskontrolle nach der Plastikkarte zu suchen, sollen Autofahrer ihren Führerschein künftig digital vorzeigen können. Die gesetzliche Grundlage dafür steht bereits. Doch wann startet der digitale Führerschein genau, welche App wird benötigt und kann die Führerscheinkarte dann wirklich zu Hause bleiben?

Deutschland treibt die Digitalisierung seiner Fahrzeugdokumente voran. Der digitale Fahrzeugschein ist bereits verfügbar. Als Nächstes folgt der Führerschein. Das Bundesverkehrsministerium plant die Einführung weiterhin für Ende 2026. Bisher kann man in der i-kfz-App den Fahrzeugschein scannen, sofern dieser einen QR-Code hat. Dies haben in der Regel alle Fahrzeuge ab 2016. So bekommt man auch eine Benachrichtigung, wenn wieder eine Hauptuntersuchung ansteht.

Wann kommt der digitale Führerschein in Deutschland?

Nach aktuellem Stand soll der digitale Führerschein Ende 2026 verfügbar werden. Ein konkretes Startdatum hat das Bundesverkehrsministerium bislang nicht veröffentlicht.

Die dafür notwendige Rechtsgrundlage existiert bereits. Im Straßenverkehrsgesetz wurde ein eigener § 2d zum digitalen Führerschein geschaffen. Damit kann das Kraftfahrt-Bundesamt einen digitalen Führerschein für berechtigte Personen erstellen.

Deutschland wartet damit nicht auf eine europaweite Lösung. Der nationale digitale Führerschein soll deutlich früher verfügbar sein als der für 2030 vorgesehene einheitliche EU-weite digitale Führerschein.

Digitaler Führerschein für maximale Kontrolle des Staates?

Diese Verschwörungstheorie geistert seit der Ankündigung des digitalen Führerscheins im Internet. Allerdings ergibt das kein Sinn, zumal die Daten des Führerscheins ohnehin einzulesen sind – was auch stets eine Notwendigkeit darstellt. Entsprechend kann man zusammenfassen: Nein, das ist nicht für die volle Kontrolle des Staates gedacht.

Wie funktioniert der digitale Führerschein?

Der klassische Führerschein wird nicht einfach fotografiert und als Bild auf dem Smartphone gespeichert. Stattdessen handelt es sich um einen offiziellen digitalen Nachweis der Fahrerlaubnis.

Das Kraftfahrt-Bundesamt erstellt diesen digitalen Führerschein auf Antrag. Er enthält grundsätzlich die Daten des deutschen Führerscheins – mit Ausnahme der Unterschrift.

Geplant ist, dass Autofahrer den digitalen Führerschein zunächst über die bereits bestehende i-Kfz-App nutzen können.

Die App dient aktuell schon zur Verwaltung des digitalen Fahrzeugscheins. Ende 2026 soll der Führerschein hinzukommen. Anfang 2027 soll der digitale Führerschein zusätzlich über die staatliche EUDI-Wallet verfügbar sein.

Damit könnten Autofahrer künftig Führerschein und Fahrzeugschein auf ihrem Smartphone mitführen. Die App gibt es für iOS und Android.

Wer kann den digitalen Führerschein bekommen?

Einen digitalen Führerschein kann beantragen, wer einen gültigen deutschen Kartenführerschein besitzt, der ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurde.

Zusätzlich werden benötigt:

  • ein geeignetes Smartphone oder anderes unterstütztes mobiles Gerät,
  • die entsprechende Anwendung für den digitalen Führerschein,
  • eine Möglichkeit zur elektronischen Identifizierung.

Für die Identitätsprüfung sieht das Gesetz beispielsweise einen elektronischen Identitätsnachweis nach dem Personalausweisgesetz vor.

Welche Smartphones und Betriebssystemversionen zum offiziellen Start unterstützt werden, hängt von den technischen Vorgaben des Kraftfahrt-Bundesamtes ab.

Kann der Kartenführerschein dann zu Hause bleiben?

Das ist einer der größten Vorteile der Neuerung.

Der digitale Führerschein ist nicht lediglich eine zusätzliche Informationsanzeige. Er soll als rechtsgültiger Nachweis des Führerscheins dienen. Damit soll es in Deutschland möglich werden, die Fahrerlaubnis über das Smartphone nachzuweisen und den Kartenführerschein zu Hause zu lassen. (Bundesministerium für Verkehr)

Der digitale Führerschein ersetzt dabei nicht die Fahrerlaubnis selbst. Er ist vielmehr die digitale Form des Nachweises, dass die entsprechende Fahrerlaubnis besteht.

Ist der digitale Führerschein Pflicht?

Nein. Autofahrer werden nicht gezwungen, ihren Führerschein auf dem Smartphone zu speichern.

Die Bundesregierung stellt ausdrücklich klar, dass die Nutzung freiwillig sein soll. Wer weiterhin den klassischen Führerschein verwenden möchte, kann dies tun. Auch eine parallele Nutzung von digitalem und physischem Führerschein ist vorgesehen. (Bundesregierung)

Für Menschen ohne geeignetes Smartphone entsteht damit kein Zwang zum Wechsel.

Was passiert bei einer Polizeikontrolle?

Genau dafür ist der digitale Führerschein gedacht.

Bei einer Verkehrskontrolle soll der Fahrer seine Fahrerlaubnis direkt über das Smartphone nachweisen können. Das Gesetz sieht vor, dass das bisherige Aushändigen des Führerscheins beim digitalen Führerschein durch das Vorzeigen und die Möglichkeit zur Überprüfung der Daten ersetzt wird. (Bundesministerium für Verkehr)

Wie die Kontrolle in der Praxis auf dem Smartphone genau abläuft, dürfte mit dem offiziellen Start noch näher erläutert werden.

Beim bereits verfügbaren digitalen Fahrzeugschein gilt beispielsweise: Das Smartphone muss bei einer Polizeikontrolle nicht aus der Hand gegeben werden. Der Nutzer navigiert selbst durch die App und zeigt die benötigten Informationen. (Bundesministerium für Verkehr)

Ob für den digitalen Führerschein exakt derselbe Ablauf gelten wird, sollte jedoch nicht vorweggenommen werden.

Funktioniert ein Screenshot des Führerscheins?

Ein Foto oder Screenshot des normalen Führerscheins ist kein digitaler Führerschein.

Die entscheidenden Daten stammen aus offiziellen Registern und werden über die dafür vorgesehene Anwendung bereitgestellt.

Beim digitalen Fahrzeugschein kann die Polizei beispielsweise durch Interaktion mit der App erkennen, ob tatsächlich das digitale Dokument geöffnet wurde und nicht lediglich ein Screenshot angezeigt wird.

Autofahrer sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass ein Foto ihrer Führerscheinkarte auf dem Smartphone denselben Zweck erfüllt.

Ebenso kann es im Falle einer Polizeikontrolle immer zu Verzögerungen führen. Bei privaten Anbietern wie einem Mietwagen-Verleih, Probefahrten oder ähnliches, wäre das zwar ausreichend, aber derartige Daten möchte man eigentlich nicht in der Fotos-App haben, sondern in einer verschlüsselten App.

Was passiert bei einem Fahrverbot?

Auch daran hat der Gesetzgeber gedacht.

Der digitale Führerschein darf unter anderem nicht als Nachweis verwendet werden, wenn ein wirksames Fahrverbot besteht, die Fahrerlaubnis erloschen oder vorläufig entzogen wurde, dies beschreibt das Bundesministerium für Verkehr auf ihrer Informationsseite.

Die digitale Lösung soll also nicht dazu führen, dass ein eigentlich ungültiger Führerschein weiterhin als gültig auf dem Smartphone erscheint.

Funktioniert der digitale Führerschein auch im Ausland?

Hier ist Vorsicht geboten.

Der zunächst geplante deutsche digitale Führerschein ist eine nationale Lösung. Nach den gesetzlichen Vorgaben berechtigt er zunächst nur innerhalb Deutschlands zum digitalen Nachweis des Führerscheins.

Wer ins Ausland fährt, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass der deutsche Smartphone-Führerschein dort anerkannt wird.

Langfristig soll sich das ändern. Die technische Ausgestaltung wird bereits so vorbereitet, dass der digitale Führerschein später mit der europäischen digitalen Identitäts-Wallet kompatibel sein kann.

Für 2030 ist ein einheitlicher, EU-weit gültiger digitaler Führerschein vorgesehen.

Digitaler Führerschein und digitaler Fahrzeugschein: Das ist der Unterschied

Beide Begriffe können leicht verwechselt werden.

Der Fahrzeugschein enthält Informationen über das Fahrzeug und entspricht der Zulassungsbescheinigung Teil I.

Der Führerschein weist dagegen nach, dass eine Person bestimmte Fahrzeugklassen führen darf.

Den digitalen Fahrzeugschein gibt es bereits in der i-Kfz-App. Mehr als eine Million Menschen hatten die App bereits einen Monat nach ihrem Start heruntergeladen.

Der digitale Führerschein befindet sich dagegen noch in Vorbereitung und soll voraussichtlich Ende 2026 folgen.

Führerschein und Fahrzeugschein bald gemeinsam auf dem Smartphone

Für Autofahrer könnte die i-Kfz-App damit deutlich wichtiger werden.

Das Bundesverkehrsministerium verfolgt das Ziel, Führerschein und Fahrzeugschein perspektivisch digital verfügbarzu machen. Der Fahrzeugschein bildet dabei den ersten Schritt, der Führerschein den nächsten.

Für viele Autofahrer würde damit ein alltägliches Problem verschwinden: Wer sein Smartphone dabeihat, könnte innerhalb Deutschlands künftig auch seine wichtigsten Fahrzeugdokumente digital vorzeigen.

Das Wichtigste zum digitalen Führerschein 2026 auf einem Blick

Nach aktuellem Stand gilt:

  • Der digitale Führerschein soll Ende 2026 starten.
  • Die gesetzliche Grundlage ist bereits vorhanden.
  • Geplant ist die Bereitstellung über die i-Kfz-App.
  • Die Nutzung bleibt freiwillig.
  • Voraussetzung ist unter anderem ein gültiger deutscher Kartenführerschein ab 1999.
  • Innerhalb Deutschlands soll der digitale Führerschein als offizieller Nachweis dienen.
  • Ein Foto oder Screenshot des Führerscheins reicht nicht aus.
  • Anfang 2027 soll der Führerschein zusätzlich in der staatlichen EUDI-Wallet verfügbar sein.
  • Eine europaweit einheitliche digitale Führerscheinlösung ist für 2030 vorgesehen.

Ein genaues Veröffentlichungsdatum steht Ende September 2026 noch aus. Das Bundesverkehrsministerium hält jedoch weiterhin am Ziel fest, den digitalen Führerschein noch in diesem Jahr auf das Smartphone zu bringen.

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